Zum Jugendmedienschutzgesetz
Ich habe heute auf einer Tagung zu Internet- und Computersucht einiges interessantes gehört.
Wir wundern uns ja immer wieder, wie Politiker auf ihre komsichen Vorstellungen vom Internet kommen und mit was für Panik-Scenarien gearbeitet wird. Beruhigend waren zwei Doktoren aus der Sucht-Station der Vivantes Kliniken zu hören, die sehr deutlich sagten, dass Internet- und Computersucht nur das letzte Symptom einer Kette von Störungen sind und sie bis jetzt noch keinen Fall vom Sucht hatten, der einfach so bei einem ansonsten gesunden Menschen auftraten.
Erschreckend war eine Vertreterin von Update, die mit ungenauen Statistiken arbeitete, offenbar keine Ahnung von der Materie Computerspiel hat und immer wieder die Horrorbilder der Innen- und Sicherheitspolitiker wiederholte. (natürlich hat sie ihre Arbeitsstelle unter anderem deshalb, weil sie diesem “Horror” entgegentreten soll…), lustigerweise wurde ihr von der zuständigen Dame aus dem Senat der Wind aus den Segeln genommen…
Im Gespräch mit Sozialarbeitern konnte ich ein wenig die Panik eindämmen, die dort vorherrschte, aber ich kann ja nicht mit jedem sprechen…
Mein Fazit: Alle die sich mit der Realität auseinandersetzen sind auch realistisch und haben keine Angst vor dem Internet. An den Stellen aber, bei der es auf politische Legitimation ankommt spielen mit den politischen Ängsten um überhaupt auf dem Gebiet arbeiten zu können, dabei sind sie sich anscheinend nicht bewusst was sie damit anrichten.