Psychologische Kriegsführung

“Das ist geschmacklos und verantwortungslos. Es ist ein Schlag ins Gesicht unserer Soldaten, die ihr Leben für die Freiheit Deutschlands einsetzen.
Bundeskriegsminister Franz Josef Jung gegenüber BILD in Masar el Sharif (Nordafghanistan) zum Plakat der BAM

Erst hieß es noch, dass wir “Deutschland am Hindukusch” verteidigen würden, jetzt sind wir schon bei der “Verteidigung der Freiheit Deutschlands angelangt…

Was wir gerade erleben ist Meme-Warfare, psychologische Kriegsführung. Begriffe wie “die Freiheit Deutschlands” werden genommen und anders besetzt. Wenn jemand sagt, dass wir die “Freiheit Deutschlands” verteidigen müssen impliziert diese Verwendung eine Bedrohung “der Freiheit”, die abgewendet werden muss.

Im Verlauf des Krieges in Afghanistan ist es dann immer weniger relevant ob “Deutschlands Freiheit” überhaupt jemals bedroht worden ist, denn wenn wir sie verteidigen wird das schon einen Grund haben…

Herr ZAF hat sich in seinem Artikel “Krieg ist Frieden” etwas eingehender damit beschäftigt.

Wir können aber feststellen, dass wir die erste Stufe der psycholischen Kriegsführung überschritten haben. Mit der Aussage “Deutschland am Hindukusch” verteidigen zu müssen nahm man Bezug auf eine ominöse und allgegenwärtige “terroristische Bedrohung”, die ihre Keimzelle in Afghanistan haben sollte; ein Eingreifen dort also Terror hier verhinderte.

Man konstruierte also Zusammenhänge die im Laufe ihrer Wiederholung immer leichter von den Lippen der Verantwortlichen kamen.

Stufe zwei ist nun also die Weglassung irgendwelcher Begründungen (so albern sie auch gewesen sein mögen) und es bleibt nur deren Implikation.

“Deutschlands Freiheit verteidigen!”: Wir sind die Guten, wir wollen Freiheit für unser Land, die anderen, die Bösen wollen sie uns nehmen!

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