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Rohrbomben am 1.Mai

8. Mai 2012 · von ben gunn · 2 Kommentare

und wir haben noch Witze darüber gemacht, wann denn mal wieder eine “Bombe” auf einer linken Demo von der Polizei gesichtet wird und dann:

In diesem Zusammenhang hob ein Beamter einen auf dem Boden liegenden Gegenstand auf, den er als pyrotechnisches Erzeugnis einstufte. Es handelte sich um ein 40 Zentimeter langes, gefülltes Metallrohr mit Lunte. Wenige Minuten später fanden andere Beamte unabhängig voneinander zwei weitere Rohrbomben auf dem Gehweg der Oranienstraße und auf der Fahrbahn der Markgrafenstraße. Die Brisanz des Fundes wurde erst Tage nach dem Einsatz festgestellt.

Irgendwie fühlt sich das komisch an: Gleichzeitig werden drei identische “Rohrbomben” von Polizisten gefunden und erst ein paar Tage später gucken sie sich die Metallrohre mit Lunte an und denken: “Das sieht aber nicht aus wie ein Böller!”

Die Erfahrug jedenfalls sagt, dass so ein Fund sofort am selben Abend seinen Weg in die Presse gefunden hätte. Ohne Verschwörungstheorien bedienen zu wollen: jetzt kann man das Ende der Demonstration viel besser begründen als vorher…

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Der neue Wulff…

26. März 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Gestern habe ich mir die Rede des neuen Wulff angehört und wenn man auf die Feinheiten achtet war es das reinste Bullshitbingo von neoliberalem und neokonservativem Gedankengut.

Eigenverantwort, islamnistischer Terrorismus, Veranwortung, Wohlstand, religiöser Fanatismus, Leistungsgerechtigkeit, falsch verstandene Korrektheit, christliches Abendland…

Da wurde mir schlechter, als ich erwartet habe… aber man muss sagen, er ist der beste Präsident einer schwarz/gelben Regierung (und darum geht es ja eigentlich).

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“Ich möchte nicht gefilmt werden!”

13. März 2012 · von ben gunn · 2 Kommentare

Berlin, BVG, an jedem Bahnsteig hängen Kameras zu meiner “Sicherheit”, kein Mensch fragt mich, ob ich gefilmt werden möchte.

Was wäre, wenn man zurückfilmt? Wenn man genau das selbe macht, was die BVG jeden Tag mit jedem Menschen auf deren Gelände tut?

Wie wäre es, wenn man sich mit ein paar Leuten mit Kameras aufstellt, ein Schild um den Hals “zu ihrer Sicherheit werden sie videoüberwacht” und penetrant Leute, Mitarbeiter und Züge filmt?

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Zapfenstreich…

9. März 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Gestern Abend, als ein Freund mich anrief und das Telefon in die Luft von Bellevue hielt und ich die Bilder im Fernsehen sehen konnte kam ich mir vor, wie bei diesem Bild:

Natürlich kein Vergleich, aber von der Stimmung her…

völlig losgelöst von der Realität der Menschen in diesem Land, im Hintergrund ist schon der Protest zu hören und trotzdem hält man an einem Protokoll fest um sich an irgendetwas festhalten zu können.

Es hat sich angefühlt, als ob nicht nur einem peinlichen Grüßaugust heimgeleuchtet wird, sondern als ob alles was sich in ihm wiederfinden lässt, diese demokratischen Trümmer mit Mühe aufrechterhalten, von jenseits des Zaunes ausgepfiffen werden, wo die Polizei handgreiflich wird um Trillerpfeifen und Tröten aus den Mündern zu schlagen… wo kämen wir denn da hin, wenn jeder wildgewordene Spinner eine so heilige Stunde zertröten könnte…

 

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Liebe Berliner Polizei…

7. März 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Na gut, also war die Handydaten-Abfrage wegen der Autobrandstifter nicht das eizige Mal

Das Verfahren sei auch in 13 Fällen wegen Totschlags, Bandenkriminalität, Vergewaltigung, schweren Landfriedensbruchs, Raub und den Moscheen-Brandstiftungen genutzt worden, sagte Berlins amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Die Abfrage käme aber nur bei besonders schwerwiegenden Verbrechen und nicht als Überwachungsmaßnahme zum Einsatz, betonte Koppers.

Hmm bis dahin liest der Normalleser (vulgo Wähler) und denkt sich: Nujam, 13 Mal ist schon bedeutend mehr als ein Mal, aber wenn es nur bei scheren Straftaten ist…

und dann kommt der nächste Absatz:

Insgesamt kam die Abfrage im vergangenen Jahr 541 Mal zur Anwendung. Im Vorjahr waren es 366 Abfragen sowie 355 weitere im Jahr 2009.

und dann frage ich mich, für wie dumm ich gehalten werde. 541 Mal ist dann doch irgendwie ein wenig mehr als ein Mal (mal abgesehen von der jährlichen Steigerung) und wenn man bei 365 Tagen eines Jahres 541 Funkzellenabfragen hinbekommt, dann sehe ich die Grenze zu einem Überwachungsinstrument jetzt nicht in unendlicher Ferne am Horizont verschwinden…

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Pornospacken…

2. März 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Vor ein paar Tagen habe ich einen Podcast mit Post-Privacy-Vertretern (vulgo: Spackeria) gehört, deren Argumentation mich dann doch etwas verwundert hat.

Man sagte, die Sichtbarkeit der eigenen Sexualität sei etwas positives, da damit Diskriminierung aufgrund dieser verunmöglicht werde. Sosehr öffentliche Coming-Outs für Schwule und Lesben etwas bewegt haben, funktioniert das ganze auf die heteronormative Welt nicht mehr so richtig.

Aber um nicht in diese Herrschaftssprache zu verfallen: Was geht es euch an, mit wem ich einvernehmlichen Geschlechtsverkehr habe? Warum sollte es mich interessieren, welche sexuellen Neigungen mein Gegenüber hat? Und wo bitte grenzt ihr euch von einer beklagten “Pornoisierung der Gesellschaft” ab?

Wenn die “sexuelle Revolution” der 68er ins Feld geführt wird, vergesst ihr die aufblühende Pornoindustrie, die Rape-Culture, eben den ganzen Kram, den ihr eigentlich nicht wollt.

Ich kann dieses Interesse an der Sexualität anderer im Allgemeinen nicht so recht verstehen. Was interessiert es euch, ob irgend jemand homo- oder heterosexuell ist, transgender, queer, wasweißichnoch? Als hätte man es nicht mit Menschen zu tun, sondern mit Sexualobjekten und -subjekten. “Sag mir mit wem du schläfst und ich sage dir, wer du bist.” ist dann eher ein Rück- als ein Fortschritt und erinnert mich an heterosexuelle Männer, die sich Lesbenpornos angucken, wo der Wunsch Vater des Gedanken ist.

Und am Ende reden wir über Beziehungen und die gehen euch einfach nichts an. Es geht euch nichts an, in wen ich verliebt bin, ob ich mit der Person Geschlechtsverkehr habe, wie der so ist, was ich zum Mittag esse, wie oft ich meine Unterhosen wechsle und was meine Lieblingsfarbe ist.

Aber vielleicht sollte man diese Diskussion einfach keinen Männern überlassen, die in der Unterstellungskategorie “oversexed and underfucked” ganz gut aufgehoben sind.

 

 

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Bombe! Atom! Rakete!

25. Februar 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Und wir haben immer Witze gemacht und am Telefon “Bombe, bin Laden, Anschlag” gesagt und in Mails unten angehängt…

Konkret wurden im Jahr 2010 laut „Bild“ 37 292 862 E-Mails und Datenverbindungen überprüft, weil darin bestimmte Schlagwörter wie beispielsweise „Bombe“, „Atom“, oder „Rakete“ vorgekommen seien. Im Jahr zuvor seien es rund 6,8 Millionen Überprüfungen gewesen. Trotz der deutlich intensiveren Überwachung gab es 2010 laut „Bild“ nur in 213 Fällen tatsächlich verwertbare Hinweise für die Geheimdienste.

Was für ein Scheiss! Die gehen also wirklich davon aus, dass jemand seinen Mit-Terroristen eine kleine Mail schreibt:

Betreff: Bombenanschlag nächste Woche

Sehr geehrte Kollegen Terroristen,

für den Anschlag nächste Woche brauchen wir leider noch ein wenig Sprengstoff für unsere schöne Bombe. Hat noch jemand was davon im Keller liegen, oder müssen wir noch ein wenig davon herstellen?

Mit freundlichen Grüßen

ihr Terrorzellen-Chef

Jedenfalls kann man gesichert sagen, dass “echte” Terroristen damit nicht überwacht oder entdeckt werden, höchstens Trottel wie ich, die sich einen Spaß erlauben. Aber gut, dann lesen sie also meine Mails mit…

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Es ist ja nicht so…

17. Februar 2012 · von ben gunn · 2 Kommentare

Es ist ja nicht so, dass man was scheiben könnte. Über Wulff, über die Asse, über ACTA, über die Polizei, über weißderHimmelwas…

Man müsste sich aber auf Politikergewäsch beziehen, was mich als Bürger nicht ernst nimmt, was versucht mich für dumm zu verkaufen und warum sollte ich soetwas ernst nehmen?

Da passieren im echten Leben gerade wichtigere Dinge…

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Danke Warner…

8. Februar 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Wenn das Kind mehrere Tage krank ist, kommt man irgendwann auf die Idee: Lass uns doch einen Film gucken! Das Kind ist begeistert, man setzt sich hin und (reden wir nicht über die Altersfreigaben, die völlig absurd und nicht altersgerecht sind) als erstes kommt mit schnellen Schnitten Werbung für Action-Filme aus dem Sortiment, die nicht überspringbar ist…

 

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Niedersachsen…

31. Januar 2012 · von ben gunn · Keine Kommentare

Ich dachte immer Niedersachsen sei da, wo der Rinderbaron auch der Sheriff ist, jedenfalls habe ich so Niedersachsens Lokalpolitik wahrgenommen. Konkret ging es um eine Baugenehmigung für den Bürgermeister, den (wie praktisch) der Schwager, seines Zeichens Leiter des Bauamtes, günstig und in der Nacht genehmigte. Eine Zeitung, die Hofberichterstattung machte, Lügen verbreitete und die Leserschaft in die Irre führte. Ein Ghetto was aus dem Nichts gestampfft wurde um die Einwohnerzahl und die Besoldungsgruppen der Stadtoberen über die magische Grenze zu bringen, ein “Asylantenheim, was verkehrsgünstig durch eine Umgehungsstraße ohne Übergang von der Bevölkerung abgeschnitten wurde, da waren die Bleistifte in den Wahlkabinen, der “Fahrdienst” einer Partei, der Spätaussiedlern einen Zehner in die Hand drückte, wenn sie das richtige Kreuz  machen würden und bei älteren wurde auch schon mal die Hand geführt. Weiter  geht es dann mit dem kostengünstigen Entlassen von Angestellten in staatlichen Einrichtungen und deren Wiedereinstellung auf ihren alten Posten als 1€-Jobber, ein Richter der einem Besitzer von Kinderpornographie empfahl diese beim nächsten Mal doch einfach besser zu verstecken und und und…

Wenn diese wenigen Erfahrungen repräsentativ sein sollten und keine Einzelfälle darstellen, dann verwundert der Fall Wulff überhaupt nicht… Wahrscheinlich hat jede Provinz ihren Klüngel, Filz und Sumpf, aber irgendwann fängt es dann an zu stinken, wo es glänzen sollte.

Provinz ist da, wo der Lehrer zur Intelligenz gezählt wird und der Rinderbaron gleichzeitig der Sheriff ist.

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