Die Mohawk-Valley-Formel (mal wieder)
Geschrieben von ben gunn am 6. Februar 2010Erinnert ihr euch noch an die Mohawk-Valley-Formel?
Hier könnt ihr die Umsetzung mal an einem aktuellen Beispiel beobchten.
Erinnert ihr euch noch an die Mohawk-Valley-Formel?
Hier könnt ihr die Umsetzung mal an einem aktuellen Beispiel beobchten.
Oh wie windet er sich, wie schäumt es nur aus ihm heraus! Roger Köppel, nach eigenen Angaben Journalist hat im Stern nicht an sich halten können:
Deutschland will gestohlene Schweizer Bankkundendaten kaufen, um an Beweismaterial gegen mutmassliche deutsche Steuerhinterzieher zu gelangen. Man muss sich den ungeheuerlichen Vorgang vor Augen halten: Die deutsche Regierung erwägt ernsthaft, sich mit einem Verbrecher, der die Daten klaute, auf ein Millionengeschäft einzulassen.
Ja, man muss sich diesen ungeheuerlichen Vorgang vor Augen halten: die Schweiz unterstützt Kriminelle bei ihren Machenschaften und man kommt mit Hilfe eines Kronzeugen an diese heran!
Zudem schafft die Bundesrepublik Anreize für weitere Rechtsbrüche in der Schweiz. Sie stachelt immer neue Spitzel an, die für den Verrat ihrer Kunden mit Kopfgeldern aus Deutschland belohnt werden.
aha. Sehr geehrter Herr Köppel, in diesem Falle würde die Bundesrepublik Anreize für weitere Rechtsbrüche (Steuerhinterziehung) schaffen, wenn sie die Daten nicht kaufen würden. Das die Schweiz Anreize zu kriminellen Handlungen schafft (Steuerhinterziehung) ist ihnen wohl noch nicht aufgefallen?
Was sie aber jetzt schreiben müsste Ihnen, Herr Köppel, eigentlich die Goldene Milchkanne der Internationalen Milchmädchenvereinigung einbringen:
Kapitalflucht und Migration sind immer ein Misstrauensvotum gegen den Staat. Und ein Symptom der Unzufriedenheit. Wenn die Leute das Gefühl haben, dass ihnen die Behörden durch Misswirtschaft und/oder zu hohe Steuern und Abgaben das Eigentum wegnehmen, schaffen sie, solange sie können, einen Notvorrat ins Ausland.
Ein Notvorrat? Einen Notvorrat für die armen geschundenen Millionäre, die mal eben ein paar Millionen über haben? Der Notgroschen? Die Unzufriedenheit reicht dann aber doch nicht so weit, als dass die Herren Steuerhinterzieher auf Straßen, Abwasser, Gesundheitssystem, Verwaltung, öffentliche Einrichtungen, Schulen, Universitäten verzichten wollen und sich diese durch Steuerzahler (Normalverdiener) in den Arsch schieben lassen.
Und es geht nicht nur um den einzelnen Steuerhinterzieher, im Falle eines Firmeninhabers hängt sein Verkauf, Vertrieb, seine Herstellung, seine Angestellten und deren Ausbildung von Steuern ab.
Hier wird Eigentum erst durch Steuern geschaffen und nicht weggenommen.
Schämen Sie sich…
Ja eigentlich könnte man sich das alles jetzt sparen, wo die Daten der Straftäter (”Steuersünder” ist da ein bezeichnendes Wort) gekauft und hoffentlich benutzt werden. Ich hatte noch nicht die rechte Zeit um die gesamte Heuchelei auseinanderzunehmen und es hat auch schon einer besser gemacht:
Der moralische Staat! In den Reden derer, die sich nun ereifern, erlebt er seine Renaissance. Es handelt sich dabei übrigens um jenen Staat, der schon im Kleinen, im Kleinlichen dazu ermuntert, ganz moralisch zu denunzieren und hinzuhängen - Schwarzseher und potenzielle Sozialparasiten dürfen zur Meldung gebracht werden, und den oft haltlosen Anschuldigungen wird selbstverständlich aus moralischem Eifer heraus nachgegangen. Es handelt sich um jenen Staat, der schier zerplatzend von Moralin, Angriffskriege unterstützt und seelenruhig zusieht, wenn gegen gesellschaftliche Randgruppen aufgewiegelt wird; um jenen Staat, in dem Koffer voll Schwarzgeld keine Karrieren beendet sondern beflügelt haben; um jenen Staat, in dem den Ärmsten sogar das Kindergeld angerechnet wird, während mancher Abgeordneter dreißig und mehr Nebeneinkünfte auf sich vereint und diese noch nicht mal auf Euro und Cent benennen muß; um jenen Staat, in dem ein Minister verkündete, illegale Foltergeständnisse müssen im Kampf gegen den Terror verwendet werden dürfen, ohne dass gellend dagegen interveniert wurde; um jenen, immer wieder um jenen Staat, in denen Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit oder die Unverletzlichkeit der Wohnung beschnitten und aufgehoben werden; um diesen erbärmlichen Staat, in dem Mindestlöhne unmoralisch sind, weil nur der freie Markt moralische Hungerlöhne gewährleistet.
Ja, wenn wir wollen stecken wir bis zum Hals in Moral, wenn wir wollen sind wir alle selbstgerechte Heuchler. Leider kann man an Heuchelei und Lügen nicht ersticken, sonst wäre der Reichstag ziemlich leer…
nach der furchterregenden Drohung die CD mit Namen von hunderten von Straftätern zu kaufen und so Recht und Gesetz in dieser Bananenrepublik durchzusetzen zog die Politik schnell nach. Die CD wird gekauft.
Ben Gunn:”Politik darf kein rechtsfreier Raum sein!”
Vor ein paar Tagen konnte man sie noch brüllen hören: Von der Leyen besteht auf Kindergeld-Rückzahlung, da hatten sich doch tatsächlich die überversorgten HartzIV-Schmarotzer mit 20€ das Vermögen aufgestockt!
Natürlich muss das Geld wieder zurück, es geht ja um Steuergelder und wir leben ja in schweren Zeiten, wir müssen Sozialausgaben senken, da ist jeder Cent wichtig!
Und dann… herrjemine! Da tauchen ein paar hundert Millionen auf, die illegalerweise am Fiskus vorbei in die Schweiz gebracht wurden.
und auf einmal… ja… da gibt es Bedenken. Die Moralkeule ist gerade nicht zu finden.
Was ist das Problem? Vielleicht spielen CDU und FDP nicht gerne Russisch Roulette, wer weiß welche Mitglieder auf der Liste stehen? Aber allen, die Geld in die Schweiz gebracht haben zittern die Knie, denn wer weiß ob er auf der Liste steht. Wenn diese Liste gekauft würde käme man nur mit einer Selbstanzeige glimpflich davon und das wieder nur ohne zu wissen, ob man auf der Liste steht… die Wählerschaft von CDU und FDP ist also bedroht.
Hier eine Ankündigung:
Wenn die Regierung die Daten nicht kauft, werde ich Geld sammeln und die Daten kaufen. Wenn jeder HartzIV-Empfänger einen Euro dazugibt können wir ein paar solcher Listen kaufen.
Wäre doch gelacht liebe Regierung, wenn der Markt es nicht richten könnte!
Ich habe heute auf einer Tagung zu Internet- und Computersucht einiges interessantes gehört.
Wir wundern uns ja immer wieder, wie Politiker auf ihre komsichen Vorstellungen vom Internet kommen und mit was für Panik-Scenarien gearbeitet wird. Beruhigend waren zwei Doktoren aus der Sucht-Station der Vivantes Kliniken zu hören, die sehr deutlich sagten, dass Internet- und Computersucht nur das letzte Symptom einer Kette von Störungen sind und sie bis jetzt noch keinen Fall vom Sucht hatten, der einfach so bei einem ansonsten gesunden Menschen auftraten.
Erschreckend war eine Vertreterin von Update, die mit ungenauen Statistiken arbeitete, offenbar keine Ahnung von der Materie Computerspiel hat und immer wieder die Horrorbilder der Innen- und Sicherheitspolitiker wiederholte. (natürlich hat sie ihre Arbeitsstelle unter anderem deshalb, weil sie diesem “Horror” entgegentreten soll…), lustigerweise wurde ihr von der zuständigen Dame aus dem Senat der Wind aus den Segeln genommen…
Im Gespräch mit Sozialarbeitern konnte ich ein wenig die Panik eindämmen, die dort vorherrschte, aber ich kann ja nicht mit jedem sprechen…
Mein Fazit: Alle die sich mit der Realität auseinandersetzen sind auch realistisch und haben keine Angst vor dem Internet. An den Stellen aber, bei der es auf politische Legitimation ankommt spielen mit den politischen Ängsten um überhaupt auf dem Gebiet arbeiten zu können, dabei sind sie sich anscheinend nicht bewusst was sie damit anrichten.
Irgendwie klappt das nicht so richtig mit dem Terror dieses Jahr, aber da wir ja eine diffuse Angst in der Bevölkerung brauchen… na gut versuchen wir es so:
Zur Abwehr eines möglichen Terroranschlags hat die Berliner Polizei im vergangenen Herbst U-Bahnhöfe per Video überwacht. «Es gab einen Hinweis auf einen möglichst öffentlichkeitswirksamen Anschlag», sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Dienstag. Zwölf Bahnhöfe wurden demnach zwischen 30. September und 14. Oktober beobachtet, Mitarbeiter der Polizei nahmen dazu an den Bildschirmen in der Leitstelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Platz. . «Wir hatten einen etwas konkreteren Hinweis darauf, wo Täter auftauchen könnten», erklärte Körting. Festnahmen habe es aber nicht gegeben.
Darf ich übersetzen: Wir hatten einen Film im Internet gesehen, wir wussten nichts genaues und eine konkrete Bedrohung gab es nicht. Es gab nichts verdächtiges, wir haben niemanden festgenommen und es ist nichts passiert. Aber Videoüberwachung war mal an der Reihe…
Aber das hört sich irgendwie nicht so toll an und das Kaspertheater am Brandenburger Tor kann man nachträglich auch irgendwie glattbügeln.
Nur mal so um den Islamophoben ein wenig Munition zu nehmen:
Wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) unter Berufung auf Augenzeugen mitteilte, war das muslimische Dorf Kuru Karama am Dienstag von bewaffneten Männern angegriffen worden. Bei den Angreifern soll es sich um Christen gehandelt haben. Sie töteten demnach zahlreiche Menschen auf der Flucht, andere wurden bei lebendigem Leib verbrannt. Ein muslimischer Behördenvertreter sagte HRW, unter den Toten seien auch 22 Kinder.
via: dwarslöper
ist doch klar, die wirkliche Gefahr droht uns von Links…
Wenn man die Äußerungen Stefan “Aalron” Königs so sieht und die Kommentare dazu kann man schnell auf den Gedanken kommen, dass die Piraten gerne mal im Trüben fischen.
Auch wenn Chris nur den Pantoffelpunk und maha als positive Beispiele nennt: Es gibt ein paar mehr die sich ins Zeug legen um den Anonymen Milchmädchen aus der Piratenpartei das Rechnen beizubringen…
Ich mein ja nur so…